Engagement aus Tradition – Teil 2: FRIEDRICHS unterstützt den Aal

In der vergangenen Woche haben wir Ihnen von dem einmaligen Lebenszyklus des Aales und möglichen Ursachen der weltweiten Bestandsrückgänge berichtet. Aufgrund der historischen Anfänge der Ersten Hanseatischen Feinfisch Manufactur Gottfried Friedrichs fühlt sich FRIEDRICHS noch heute dem Aal sehr verbunden und hat noch immer einige Aal-Produkte im Sortiment. Das Unternehmen engagiert sich darum sehr für den Erhalt dieser Fischart.

Glasaale werden ausgesetzt

Copyright: Initiative zur Förderung des Europäischen Aals

Da wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt haben, dass der Besatz von geeigneten Gewässern mit Jungaalen eine der wirksamsten Maßnahmen zur Sicherung der Europäischen Aalbestände ist, fördert Gottfried Friedrichs den Erhalt und die Förderung der Bestände: Für jeden verkauften Speiseaal von FRIEDRICHS werden drei Jungaale, die vor den europäischen Küsten abgefangen wurden, ausgesetzt. Um dieses Vorhaben zu realisieren, unterstützt FRIEDRICHS die Initiative zur Förderung des Europäischen Aals.

Initiative zur Förderung des Europäischen Aals

Um den weiteren Rückgang der Aalbestände zu stoppen, ist es dringend notwendig die Gründe für die missliche Situation der Tiere genau zu erforschen und geeignete Gewässer gezielt mit Jungaalen zu besetzen. Um für diese Maßnahmen Gelder bereitzustellen, wurde 2009 der gemeinnützige Verein „Initiative zur Förderung des Europäischen Aals“ (kurz IFEA) gegründet. Die IFEA unterstützte bis 2015 mit den gesammelten Geldern beispielsweise Aalbesatz-Aktionen, bei denen rund 4,5 Millionen Aale vor den europäischen Küsten gefangen und in passenden Flüssen wieder ausgesetzt wurden. So kommt die IFEA den Verordnungen der EU zum Schutze des Aals nach. Diese sehen unter anderem vor, dass 60 Prozent der vor den europäischen Küsten angelandeten Jungaalen, sogenannte Glasaale, ausschließlich für Besatzzwecke eingesetzt werden und nicht in die Verarbeitung gehen.

Das ESF-Logo zur Orientierung für Verbraucher 

ESF LogoAnfang des Jahres 2016 hat die IFEA den „Eel Stewardship Fund“ (kurz ESF) gegründet. In diesem Fond sammelt die IFEA Geld, das ausschließlich der Sicherung der Aalbestände zu Gute kommt und die Forschung zu den Ursachen des Rückgangs unterstützt. Gelder erhält der Eel Stewardship Fund auf verschiedenen Wegen: Nicht nur Spenden, Fördermittel und Fördermitgliedschaften finanzieren den Fond, vor allem sind es Fischgroßhändler, Aal-Verarbeiter wie FRIEDRICHS und Fischer/Fischergenossenschaften, die über ihre Mitgliedsbeiträge die Vorhaben fördern. Gemeinsam haben sie sich darauf geeinigt, die Preise für Aale leicht anzuheben und das so eingenommene Geld direkt dem ESF zukommen zu lassen. Die Anbieter von Aalprodukten tragen auf diese Weise natürlich zur Sicherung ihrer eigenen Wirtschaftsgrundlage bei, geben Verbrauchern so aber auch die Möglichkeit, Aalprodukte aus nachhaltigem Fang mit gutem Gewissen zu genießen. Alle Verarbeiter von Aal können – sofern sie Gelder in den Eel Stewardship Fund einzahlen – auf ihren Aal-Produkten das ESF Siegel abbilden. Dieses signalisiert den Käufern von Aalprodukten, dass ein Teil des für den Fisch gezahlten Preises für Maßnahmen zum Erhalt der Aalbestände eingesetzt wird. Aktuell gehen 1€ pro verkauftem Kilogramm Aal-Filet mit ESF-Siegel und 0,50€ pro Kilogramm Aal mit ESF-Kennzeichnung direkt in den Eel Stewardship Fund.

 

Aale im Netz

Copyright: Initiative zur Förderung des Europäischen Aals

Bis Ende 2016 sollen mit den Mitteln des ESF drei große Ziele erreicht werden: So sollen mindestens fünf Besatzaktionen von Gewässern mit jungen Aalen mitorganisiert und mitfinanziert werden. Darüber hinaus möchte die IFEA mindestens drei Aal-Migrations-Projekte initiieren, bei denen erwachsenen Aalen die Abwanderung ins Meer und damit der Zugang zu ihrem Laichgebiet in der Sargassosee ermöglicht wird. Schlussendlich möchte die IFEA mindestens zwei Forschungsprojekte unterstützen, die den Zustand der Bestände und die Effizienz bestandsfördernder Maßnahmen weiter untersuchen sollen.

FRIEDRICHS kommt den Anforderungen der EU an den Schutz des Aales vollständig nach und dokumentiert die Provenienzen der verarbeiteten Aale, um die lückenlose Nachverfolgbarkeit zu gewährleisten. Wir hoffen sehr, so langfristig zum Erhalt dieser ungewöhnlichen Tierart beizutragen und sie auch für nachfolgende Generationen zu erhalten!