Alaska, Liebe auf den zweiten Blick: Verbraucher berichten, Teil 2

Liebe Leser,

unsere Gewinnerin Carolin hat für Sie weiter fleißig Tagebuch geschrieben und berichtet Ihnen heute von Ihren Erlebnissen am Dienstag und Mittwoch. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Dienstag und Mittwoch, 11. und 12. August

Ich FLIEGE. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wir sitzen im Shuttle nach Anchorage und unter mir Berge und Gletscher, abgewechselt von kleinen grünen Inseln, umrahmt von türkisblauem Wasser, auf dem sich einzelne Fischkutter in Form von kleinen weißen Punkten tummeln. Seit gestern bin ich versöhnt mit Alaska und seinem unbeständigen Wetter – nach einem grandiosen Tag, der doch so ganz anders und vor allem nebelig und mit Dauerregen gestartet ist.

Aber von Anfang an:

Nachdem wir am Dienstag Morgen endlich den Luxus von frischen Klamotten und Regenjacken genießen konnten – was bei den Wetterverhältnissen auch dringend notwendig war – stand eine weitere Fischverarbeitung auf dem Programm: Bei Trident Seafoods durften wir allerdings keine Fotos machen, was etwas schade war. Außerdem war der Betrieb grade etwas im Ruhemodus, weil auf die nächste Ladung Fisch gewartet werden musste und so hatten wir lediglich die Möglichkeit, die Anlagen zu besichtigen – nach unserem gestrigen Termin eher eine etwas trockene Vorstellung. Allerdings haben wir auch einen kleinen – theoretischen – Einblick in den Abfüllprozess von Dosenlachs erhaschen können. Immerhin.

Aufgrund des weiterhin anhaltenden Starkregens ging es dann ziemlich früh zum Lunch zu Annabelle’s. Auch, wenn sich unser Hunger nach den letzten Tagen noch recht in Grenzen hielt. Gestärkt stellten wir uns dann doch noch den Wetterverhältnissen und vertraten uns die Beine im Totem Pole Park, wo es ein paar echt hübsche restaurierte Pfähle zu begutachten gab. Trotz Regenjacken und Kapuze ein ganz dankbares Selfie-Fotomotiv.

Pfahl im Totem Pole Park

Copyright: FRIEDRICHS

Pfahl im Totem Pole Park

Copyright: FRIEDRICHS

Viel Zeit blieb allerdings nicht, da wir unsere Koffer holen mussten, um die passende Fähre zurück zum Flughafen zu erwischen. Von Ketchikan ging es mit kurzem Zwischenstopp in Sitka weiter nach Juneau, der Hauptstadt. Leider erwartete uns auch dort das altbekannte Grau in Grau und so ging’s in nicht ganz stilsicherem Funktionsjacken-Outfit am Abend ins „Salt“, einem DER Restaurants am Platz, wo wir auch zwei weitere Vertreter von ASMI trafen. Das Essen war tatsächlich großartig! Was das Thema Heilbutt angeht, bin ich jetzt sicher eine ganze Weise kulinarisch voreingenommen. Super lecker! Nach der obligatorischen Dessertrunde gab’s dann sogar noch eine Live-Demo in Sachen Lachs-Filetierung vom Chefkoch persönlich.

Ich muss gestehen, dass sich am Mittwoch Morgen etwas die Demoralisierung breit machte: Es hatte immer noch nicht aufgehört zu regnen und über Nacht war zudem ein solcher Nebel aufgezogen, dass an unseren Seaplane-Flug zum Gletscher gar nicht zu denken war. Stattdessen hatten wir einen weiteren Besichtigungstermin bei Taku Seafood, die sich vor allem auf die Herstellung von Lachskaviar spezialisiert haben. Ausgestattet mit dicken XL-Regenhosen und Caps von ASMI wateten wir durch die Mainroad von Juneau bis zum Hafen. Trotz nur 10 Minuten Gehzeit waren wir durchnässt und daher froh, in der Produktionshalle wieder ein Dach über den Köpfen zu haben. Eine anschließende Kaviar-Verkostung (tatsächlich inklusive Champagner – wohlgemerkt um elf Uhr morgens) ließ die Stimmung aber schnell wieder ansteigen. Vor allem, weil wir im Anschluss sogar noch die Gelegenheit hatten, die Anlandung von Heilbutt mitzuerleben: Unglaublich, wie diese riesen Fische per Kran an Land gehieft wurden. Ein Fisch würde nahrungstechnisch sicher für mehrere Monate reichen.

Heilbutt-Anlandung

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Planänderung: Anstatt des ja nun gecancelten Seaplane-Ausflugs ging es auf Whale-Watching-Tour! Juhu! Die Bedingungen hätten dafür auch nicht besser sein können: Regenbedeckter Himmel und absolut ruhige See.
So dauerte es auch nicht lange, bis die erste Humphback-Mama mit ihrem Jungen direkt vor unserem Boot auftauchte. Wahnsinn! In Kanada konnte ich vor zwei Jahren schon mal Orcas aus dem Schlauchboot raus begutachten – dies waren meine ersten Humphbacks!! Und das Glück schien weiterhin auf unserer Seite zu sein: Ein paar Minuten später stießen wir auf eine ganze Horde Orcas, die sich sonst wohl nur alle drei bis vier Wochen in der Bucht aufhalten. Allerdings fand ich die Distanz, die sie noch zum Boot hatten, etwas fragwürdig. In Kanada gibt es Restriktionen, wie weit man sich einem Orca per Boot nähern darf. Auf meine Nachfrage hin hieß es nur, wir würden sie ja nicht direkt verfolgen. Natürlich toll, sie so nah zu sehen, mir war es jedoch ein bisschen zu nah. Während alle anderen fleissig versuchten, die perfekte Walflosse vor die Linse zu bekommen, war ich einfach zu gefesselt. Der Moment war zu heilig, um ihn durch irgendeine Linse zu erleben. Den wollte ich einfach nur live sehen und genießen. Und dann kamen sie: Eine ganze Horde von Humphbacks vor uns. Und sie schienen richtig miteinander zu spielen. Erst sprang einer von ihnen… und dann drei!! Synchron vor unserer Nase weit aus dem Wasser, um gemeinsam wieder einzutauchen. UNGLAUBLICH. Keiner von uns hätte wohl auch nur ansatzweise mit so einer Vorstellung gerechnet und ich wusste nicht, ob ich weinen oder lachen sollte. Wir blieben noch eine ganze Weile und ich war die letzte an Deck, als es hieß die Rückfahrt anzutreten. Vergessen der Regen, die nassen Füße und das Loch im Magen – der Tag war gerettet.

Seelig wieder an Land hatten wir noch ein paar mehr Programmpunkte bis zum Abendessen auf dem Zettel: Wir besuchten den Großvater von Megan, unserer ASMI Vertreterin, der seit 1976 den Rekord des größten Lachses an der Angel hält. Der Riesenfisch hängt seitdem präpariert in seiner Wohnung und es war tatsächlich rührend, dass er und seine Frau uns vorbeischauen ließen. Es hatte damals wohl 14 Stunden gedauert, um den Riesentrumm an Bord zu ziehen. Darauf kann er wirklich noch stolz sein! Danke für den lieben Empfang im Wohnzimmer!

Megan und ihr Großvater vor dem präparierten Riesenlachs

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Nächster Halt: Eine Brauereibesichtigung inkl. Verkostung, die von einigen Gruppenteilnehmern auch sehr dankend angenommen wurde. Beschwingt machten wir uns auf zum Middenhall-Gletscher, den wir aufgrund der Wetterlage leider nicht ganz umrunden konnten. Dafür gab’s ein weiteres Highlight dieser Reise, welches hier absolut mal erwähnt werden muss: Kathrin Runge von Friedrichs, begeisterte Triathletin und vor allem Schwimmerin, war vor unser aller Augen im eiskalten MIndenhall-Gletschersee schwimmen! Mit 1A-Delfinsprüngen und excellenter Kraultechnik. Respekt Kathrin!

Schwimmen im Gletschersee

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Auf dem Rückweg zum Hotel hielten wir noch an einem Fluss, an dessen Ufer man die Wanderung der Lachse perfekt beobachten konnte. Wenn sie das Laichalter erreicht haben, verändern sie ihre Farbe und nehmen ihre letzte Kraft zusammen, um die Flüsse, in denen sie geboren wurden, wieder heraufzuziehen und dort zu laichen, bevor sie sterben. Viele von ihnen schaffen es nicht mehr und werden von Bären gefischt oder aber sterben vor Erschöpfung am Flussufer, da sie keine Kraft mehr haben, sich aus dem Kieselbett oder Steinen im Fluss zu befreien. Einen konnten wir sogar noch per Hand aus einer Fluss-Sackgasse befreien und zurück in den Hauptstrom setzen.

Lachsrettung

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Wirklich spannend, hunderte von flussaufwärtsziehenden Lachsen einmal live zu sehen. Das gehört schließlich auch dazu, wenn wir die Spur der Lachse verfolgen wollen.

Carolin vor dem Lachs-Fluss

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Wieder zurück in Juneau wartete noch ein eiweißreiches Abendbrot auf uns: Im berühmten Tracy’s Crab Shak gab es King Crab satt.

Tracy´s Crab Shak

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Ein ereignissreicher Tag, an dessen Ende wir fast nicht bemerkt hatten, dass es irgendwann aufgehört hatte, zu regnen.

Carolin K.