Im Dienste von Genuss und Gesundheit: Das Nationale Institut für Ernährungs- und Seafood-Forschung in Norwegen

Fisch ist in Norwegen ein elementarer Wirtschaftsfaktor und ein wichtiger Bestandteil der täglichen Nahrung. Norwegen als Pionierland der Aquakultur ist darum nicht nur absoluter Vorreiter bei der stetigen Verbesserung dieser Aufzuchtform, sondern auch federführend in dessen Erforschung und fortlaufenden Überprüfung. Das „Nasjonalt Institutt for Ernærings- og Sjømatsforskning“ (dt. Nationale Institut für Ernährungs- und Seafood-Forschung), kurz NIFES, ist unter anderem dem norwegischen Fischereiminister unterstellt und untersucht sowohl den gesundheitlichen Nutzen von Lachsen aus Aquakultur als auch die ideale Fütterung der Fische. Zudem überwacht NIFES die Qualität der Lachse, die in den Handel gelangen. Zum Abschluss unserer Blogger-Reise nach Norwegen zum Thema Aquakultur haben wir darum das in Bergen ansässige Institut besucht, uns die dortige Arbeit erklären lassen und einen Blick ins Labor  geworfen.

Das Labor von Nifes

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Seafood-Forschung: Mit dem richtigen Futter fängt alles an

Ein wichtiger Part der Arbeit des Instituts ist die fortlaufende Kontrolle und Verbesserung des Fischfutters. Während früher der Anteil an Fischmehlen und -ölen im Lachsfutter recht hoch war, liegt er heute nur noch bei weniger als einem Drittel. Die genutzten Fischmehle und -öle werden dabei ausschließlich aus Fischen hergestellt, die nicht von Menschen verzehrt werden oder von Resten aus der Fischproduktion, sogenannten Sidecuts. Ein großer Teil des heutigen Lachsfutters besteht – auch aus Gründen der Nachhaltigkeit – aus pflanzlichen Proteinquellen, wie Raps-, Gemüse- und Getreideerzeugnissen.

Lachsfutter

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Pro Kilogramm Gewicht werden nur rund 1,2 Kilogramm Futter benötigt – im Laufe seines Lebens frisst ein atlantischer Lachs also etwa 6 bis 7 Kilogramm. Zum Vergleich: Ein Rind frisst rund 8 Kilogramm pro Kilogramm Gewicht. Im Gegensatz zu den vielen anderen Tieren, deren Fleisch viele Menschen essen, sind Lachse aus Aquakultur damit sehr effiziente Futterverwerter. Das Futter hat in vielerlei Hinsicht Auswirkungen auf die Gesundheit des Fisches, aber auch auf die positiven Effekte, die der Verzehr von Lachsfleisch erzielt. So könnten sich bei nicht geeignetem Futter beispielsweise unerwünschte Substanzen im Fischfleisch ansammeln, hochwertiges Futter hingegen führt dazu, dass die Lachse robuster werden. Auch der richtige Anteil an Fischmehlen und -ölen ist relevant, denn er beeinflusst den Anteil der für den Menschen so gesunden Omega-3-Fettsäuren im Lachsfleisch. Genetisch veränderte Bestandteile werden grundsätzlich nicht für das in norwegischen Fischfarmen verfütterte Futter eingesetzt, auch wachstumsanregende Substanzen und Palmöl werden ohne Ausnahme ausgeschlossen.

Ungetrübter Genuss durch Kontrolle und Prävention

Nifes in Bergen

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Lachs ist ein sehr gesunder Fisch und kann einen wichtigen Beitrag zu einer ausgewogenen, genussvollen Ernährung beitragen. Damit dieser Genuss durch keinerlei unerwünschte Substanzen getrübt wird, untersucht NIFES fortlaufend nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Fische. Gesucht wird nicht nur nach Substanzen wie Pestiziden, Dioxinen und Schwermetallen, die beispielsweise über das Futter in den Fisch gelangen können, sondern auch nach Rückständen von Medikamenten. Farmer werden nicht vorab darüber informiert, dass Fische ihrer Farmen überprüft werden und haben keinerlei Möglichkeit, den Auswahlprozess zu beeinflussen oder der Kontrolle zu entgehen. NIFES hat 2016 auf diese Weise 13.415 Lachse aus Aquakulturen untersucht. Gefunden hat das Institut dabei nur sehr wenige Rückstände von weniger idealen Inhaltsstoffen – jedoch hat kein einziger Lachs die erlaubten Werte überschritten. Alle aktuellen Messergebisse können auf der Internetseite von NIFES eingesehen werden (auch auf Englisch).

Mitarbeiterin im Büro von Nifes

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