Engagement aus Tradition – Teil 1: FRIEDRICHS und der Europäische Aal

Ein Arme-Leute-Essen ist der Aal schon lange nicht mehr – ganz im Gegenteil. Die Fische mit der ungewöhnlich langen Körperform sind heutzutage eine rare Delikatesse. Nicht ohne Grund! Seit vielen Jahren ist der Bestand leider so rückläufig, dass der Aal inzwischen von Naturschutzorganisationen als schutzbedürftige Art eingestuft wird.

FRIEDRICHS hat eine lange Tradition als Aalräucherei: So geht Gottfried Friedrichs zurück auf die von Ludwig Friedrich in Wittenberge betriebene Flussfischerei mit angeschlossener Fischhandlung und Aalräucherei. Als Gottfried Friedrichs 1908 die Erste Hanseatische Feinfisch Manufactur gründete, waren neben geräucherten Lachsen geräucherte Aale das wichtigste Produkt. Schon Ende der 1920er Jahre war FRIEDRICHS deutscher Marktführer für Räucheraal. Aus dieser Tradition heraus, ist es für Gottfried Friedrichs eine echte Herzensangelegenheit, sich für den Aal einzusetzen – zumal FRIEDRICHS das eigene Produktsortiment konsequent nachhaltig gestalten möchte.

Werbung FRIEDRICHS Aal

Copyright: FRIEDRICHS

 

 

Diese Woche möchten wir Ihnen darum vom außergewöhnlichen Leben der Aale erzählen und auf die komplizierte Situation des Europäischen Aals aufmerksam machen. Vom konkreten Engagement FRIEDRICHS möchten wir Ihnen gerne in der kommenden Woche berichten.

Der besondere Lebenszyklus des Europäischen Aals

Um zu verstehen, weshalb der Bestand an Aalen so rückläufig ist, muss man sich mit dem besonderen Leben der Tiere beschäftigen, denn: Bisher ist es nicht gelungen, Aale zu züchten, nur wildgefangene Glasaale können von Züchtern aufgezogen werden. Die freiheitsliebenden Tiere vermehren sich nur in der freien Wildbahn. Einmal auf der Welt, haben sie einen ungewöhnlichen Lebenszyklus vor sich, der der Wissenschaft noch immer einige Rätsel aufgibt. Bis Aale mit acht bis 15 Jahren geschlechtsreif sind, leben die Fische im Süßwasser in Flüssen und Seen. Zur Fortpflanzung aber schwimmen die schlanken Tiere in großen Verbänden quer durch den Atlantik. Aale sind nämlich ein katadrome Wanderfische, d.h. sie leben in Süßwassergewässern, benötigen aber zum Laichen Salzwasser. Ziel ihrer gemeinsamen Reise auf die andere Seite der Erdhalbkugel ist die Sargassosee im Bermudadreieck. Die orientierungsstarken Tiere brauchen zwischen 12 und 18 Monate für diese weite Reise und legen während der Zeit ihrer Wanderschaft ungefähr 5.000km im Jahr zurück.

Nachdem die geschlechtsreifen Aale in der Sargassosee gelaicht haben, sterben sie. Die Aal-Larven, sogenannte Weidenblattlarven, sind nun sich selbstüberlassen. Zwei bis drei Jahre nachdem sie aus einem Ei geschlüpft sind, machen die Jungtiere sich noch im Larvenstadium mit dem Golfstrom auf den Weg in die Heimat ihrer Eltern und erreichen als Glasaale die europäischen Küsten. Sie sind dann ca. 7cm lang.

Interessanterweise hören Aale zu dem Zeitpunkt, an dem sie in die Sargassosee zur Fortpflanzung aufbrechen, auf zu fressen. Ihr Körper verliert sogar die Fähigkeit zur Verdauung, da sich der Verdauungstrakt in Geschlechtsorgane umwandelt. Aale legen sich darum vor ihrer langen Wanderschaft große Fettreserven an, von denen sie während der gesamten Reise zehren. Da Aale üblicherweise vor dem Aufbruch ins Laichgebiet zum Verzehr gefangen werden, handelt es sich um eine sehr fettreiche Fischart.

Aal Räuchermeister bei FRIEDRICHS

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Wieso ist der Bestand an Aalen so rückläufig?

Die Fischerei von Aalen ist nur einer von vielen Faktoren, die vermutlich für den Rückgang der Tiere verantwortlich sind. Der ungewöhnliche Lebenszyklus der mysteriösen Fische setzt sie verschiedenen, von Menschen geförderten Gefahren aus: Veränderte Meeresströmungen können dazu führen, dass die Aale nicht den rechten Weg in oder aus der Sargassosee finden. Die zunehmende Verschmutzung der Gewässer belastet die Tiere, Wasserkraftturbinen und andere Hindernisse verbauen zunehmend ihre Wanderwege. Auch die Entnahme von Jungtieren für den oftmals illegalen Export nach Asien und ganz natürliche Populationsschwankungen werden als Gründe für den Rückgang des Bestandes Europäischer Aale in Betracht gezogen. Eine vollständige wissenschaftliche Untersuchung gibt es zu diesem Thema bisher nicht.

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