Go fish! Ein Tag mit Käpt’n Chris an Bord eines Trollers

Links und rechts des kleinen Bootes wird das Meer kräftig zur Seite gedrückt. Wie gefrorene Wasserfälle sieht das verdrängte Wasser aus. Es ist ganz klar, man kann tief gucken. Aber nicht nur das – es ist eines der saubersten Gewässer der Welt und sehr kalt. Und damit ideal für Lachse!

Troller

Copyright: FRIEDRICHS

An unserem vorletzten Tag in Alaska wollten wir es wissen: Wie ist es, einen Lachs aus dem Meer zu ziehen? Wir sind inzwischen auf Kodiak, einer Insel im Westen von Alaska, die etwa so groß wie Hawaii ist. Kodiak ist nicht nur für seine Bären berühmt, sondern auch ein besonders guter Ort zum Angeln und bekannt für seine guten Lachsbestände. Nicht umsonst heißt der FRIEDRICHS Wildlachs „Kodiak Wildlachs“. Früh aufgestanden, haben wir uns darum auf zwei kleine Boote verteilt. Es sind Troller, also Schiffe, an denen Fische nur mit Angeln gefangen werden.

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An Bord mit Käpt’n Chris

Bei trockenem Wetter und einem Himmel, dessen Wolkendecke immer wieder die Sonne durchkommen lässt, machen wir uns auf den Weg von Kodiak City vor eine südwestliche der Insel vorgelagerte Gruppe kleiner Eilande. Käpt’n Chris weiß Bescheid: Wir wollen unbedingt einen Lachs fangen. Also macht er sich für uns auf die Suche. Er wird fündig werden – schließlich ist er auch nicht erst seit gestern Sport-Fischer auf Kodiak. Der Sohn eines Mad Man, eines Werbers aus New York, lebt inzwischen seit vielen Jahren auf der Insel. In der Saison fährt er so oft wie möglich mit Angelwilligen hinaus aufs Meer und zeigt ihnen, was sie tun müssen, um einen Fisch herauszuziehen. Fast immer sind das Reisende aus aller Welt. Nur alle paar Wochen kommt ein Einheimischer an Bord. Die meisten Natives haben einfach ihr eigenes Boot, mit dem sie sich regelmäßig ihre Tiefkühltruhe mit frischen Fängen füllen.

Kapitän

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Die Crew von Käpt’n Chris besteht aus zwei junge Frauen und einem jungen Mann, der erst seit einer Woche bei ihm arbeitet und froh ist, der schwimmenden Fischfabrik entkommen zu sein, in der er vorher vor der Küste Seattles gearbeitet hat. Sie drücken uns ohne große Erklärungen Angeln in die Hand. An jeder Angelleine sind zwei Blinker und zwei Haken, bestückt mit dicken Stücken Hering. Wir lassen die Köder ins tiefe Wasser, bis sie fast den Boden berühren. Wer beim Herablassen der Nylon-Leine den Daumen von der Spule nimmt und so die Schnur verheddert, kriegt von Chris zu hören, dass er besser gut aufpasse – sonst müsse er leider über Bord! Man passt also auf, nicht ganz sicher, ob das wirklich nur ein Scherz war.

Angel

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„Got one“: Unser erster Lachs-Fang

Kaum hängt der erste Köder im Wasser und wird hinter dem tuckernden Boot hergezogen, zieht es kräftig an der Leine. Die Rute biegt sich und Luke, Käpt’n Chris Hilfe, schreit „Got one!!“. Er reißt uns die Angel aus der Hand und holt den Fang hoch – ein Rockfish. Der stachelige Fisch guckt uns mit seinen großen Augen fragend an, zuckt und stirbt dann an einem gezielten Schnitt in die Kiemen. Nicht schlecht, so far, finden wir, aber eben noch kein Lachs! Die nächsten Fänge dürfen wir selber einholen: gar nicht so einfach. Die Fische kämpfen um ihr Leben und beeindrucken uns mit der Kraft, mit der sie sogar noch an Bord zuckend hin- und herspringen. Aber wir haben Glück, schnell beißt der erste Lachs. Zuerst ein Pink Lachs, dann bald einer der köstlichen Coho-Lachse, der hoffentlich unser Abendessen werden wird.

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Durch das Ziehen der Leine hinter dem fahrenden Boot wird der Jagdinstinkt der Lachse geweckt. Gerne wollen sie eines der Heringsstücke fressen – und gehen uns so auf den Leim. Immer wieder sind sie aber auch cleverer als wir, schnappen sich den Köder, ohne in den Haken zu beißen oder befreien sich beim Einholen der Leine wieder. Am Ende steht es 28 für uns, denn genau so viele Lachse haben wir tatsächlich gefangen. Außerdem 8 Heilbutt und 12 Rockfish. Wir sind riesig stolz! Die Crew unseres Schiffes ist zufrieden und versucht uns glauben zu machen, dass wir heute besonders talentiert waren. Das stimmt vermutlich nicht. Viel mehr hätten wir aber dennoch gar nicht fangen dürfen mit unserer Tages-Sportfishing-Lizenz, die wir uns morgens um sieben im Outdoor-Geschäft gekauft hatten.

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Als wir uns am späten Nachmittag wieder auf den Weg in Richtung Kodiak City machen, sind alle so platt wie unser Heilbutt-Fang. Schnell fallen die ersten Augenpaare zu, sanft geschaukelt von den Wellen der ruhigen See. Die letzten Reste des Mittagessen, das Chris Frau für uns zubereitet hatte, werden still gegessen und draußen zieht die saftig grüne Landschaft Kodiaks vorbei: Steile Berge, die kaum ohne Übergänge ins Meer münden und Felsgruppen mit spielenden Papageientauchern. Bevor wir im Hafen von Boot gehen können, müssen wir natürlich noch den Großteil unseres Fangs an den Mann bringen. Wie ein richtiges Fischerboot landen wir daher in einen Verarbeitungsbetrieb an, der der Fische für uns ausnehmen wird. Später werden wir die Fische abholen können und zu uns nach Deutschland schicken. Das wird ein besonderer Genuss werden!

Im letzten Teil unseres Reiseberichts lesen Sie, wie der Lebenszyklus des Lachses aufgebaut ist.

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