Auf der Spur der Lachse – Verbraucher berichten, Teil 4

Liebe Leser,

heute veröffentlichen wir den letzten Bericht unseres FRIEDRICHS Scouts Carolin. Wir wünschen Ihnen viel Freude mit dem schönen Bericht über den letzten Tag in Alaska „Auf der Spur der Lachse“!

Samstag, 15.08.2015

Offizieller letzter Tag für uns Lachs-Scouts und zum Abschied hüllte sich Alaska noch mal ins altbewährte Grau-in-Grau. Fast könnte man meinen, es wollte einem den möglicherweise drohenden Kulturschock daheim in Hamburg so gering wie nur eben möglich gestalten.

Kodiak

Copyright: FRIEDRICHS

Laut Programmplan stand heute eine Fahrt zum Strand an. Hm. Sarkastischer Weise erinnerte ich mich kurzzeitig tatsächlich dunkel an meinen Bikini und die neue Tube Sonnencreme tief unten in meinem Koffer… Nun gut. Wir hatten am Abend davor einhellig beschlossen, den letzten Tag etwas entspannter angehen zu lassen und uns erst um Viertel nach neun mit dem zweiten Kaffee in der Hotel-Sofaecke zu treffen. Dort gab uns Kathrin Runge von FRIEDRICHS einen Überblick über die Entstehungsgeschichte des Unternehmens. Wir konnten mit ihr alle offenen Fragen klären und gingen noch mal Schritt für Schritt unser neu gewonnenes Wissen über Lachse durch: welche Arten gibt es, welcher liefert das frischeste Fleisch, welcher wird für Kaviar verwendet etc. FRIEDRICHS bezieht für seine Produkte zum Beispiel fast nur Lachse aus der Trolling-Fischerei. Das ist in etwa die Methode, mit der wir am Tag davor versucht hatten, unsere Lachse an Deck zu ziehen: Ein Kutter ist mit sechs fest installierten Angeln ausgestattet, an denen jeweils 4-6 Haken befestigt sind. Diese zieht er dann durchs Meer und jeder Fisch wird tatsächlich einzeln per Hand an Bord geholt. So gibt es erstens keine Quetschungen, die z.B. mit Netzfischerei entstehen würden, und zweitens hat man dadurch so gut wie keinen Beifang. Super! Außerdem werden auf die Art auch sicher keine Meere leer gefischt, sondern es bleiben immer noch genügend Lachse übrig, um später wieder die Flüsse heraufzuziehen und zu laichen. Dass es solchen Fisch nicht für 2,39 € im SB-Regal geben kann, versteht sich von selbst.

Bevor es wieder ins Auto ging, hatten wir noch ein kurzes Date inklusive Produktionsbesichtigung bei „Pickled Willys“, einer kleinen familiengeführten Räucherei, die köstlichen Rauchlachs herstellt und Heilbutt einlegt. Hier steht die ganze Familie noch im Laden, ob am Tresen oder hinten in der Räucherei – sehr sympathisch!

Willy von Pickled Willys

Copyright: FRIEDRICHS

Pickled Willys

Copyright: FRIEDRICHS

Mit aufgefrischtem Fachwissen und semi-hungrigem Magen ging es dann weiter zum Lunch ins „Rendezvous“, ein kleines Bistro, welches von innen mit den beschrifteten Wänden eher nach einer ziemlich passablen Rock’n’Roll-Kneipe aussah. Die selbstgemachten Fischburger konnten aber wirklich was und die Bedienung war sympathisch und total entspannt. Selbst dann noch, als wir aufgrund der Wetterverhältnisse draussen eine Runde Tee orderten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir damit die absoluten Pioniere in dieser Lokalität waren…“You mean ice tea?“ „No, hot boiled water. No ice.“ „Ah…ok.“ Die spinnen, die Deutschen…

Nachdem wir unseren Tourguide Jeff davon überzeugt hatten, nicht noch zwei Stunden Autofahrt zu besagtem Strand auf uns zu nehmen, sondern lieber vor Ort ein bisschen durch die Natur zu streifen (ich glaube in Alaska geht man allgemein ungern zu Fuß…), stand der Plan, einige Flüsse aufzusuchen, in denen wir Lachse beim Flussaufwärtsziehen beobachten konnten. Mit geladener Pistole ging Jeff uns voraus, wir dicht gefolgt dahinter. Zuerst gewöhnungsbedürftig, aber wir befanden uns schließlich nicht im Wildpark Schwarze Berge, sondern mitten an einem Fluß in Kodiak, DER Bären-Snackbar überhaupt.

Lachse auf ihrem letzten Weg

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Der Fluss war zu meiner Überraschung relativ flach. Dafür tummelten sich hunderte von Lachsen darin, schon sichtbar von der Zeit gezeichnet. Meter für Meter kämpften sie sich durch den Strom. Die letzte große Reise. Ein ziemlich bewegender Anblick. Jeff erzählte uns später, dass die Lachse bis auf 50 Meter genau an ihren Geburtsort zurückfinden, um dort zu laichen. Nach mehreren Jahren im offenen Meer finden Sie instinktiv zurück. Manchmal vollbringt diese Welt echte Wunder.

Lachse im Flussbett

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Da wir glücklicherweise keinen Bären beim Lunch gestört hatten, ging es weiter zu einem weiteren Flussabschnitt, an dem wir die Möglichkeit hatten, ein sogenanntes Lachs-Wehr zu begutachten: diese Wehre dienen dazu, die Anzahl der Lachse in bestimmten Flussabschnitten zu kontrollieren, aber auch, um gechippte Lachse zu überprüfen und Messungen vorzunehmen. Betrieben werden die Wehre meist von Biologen. So wird der Weg der Lachse genauestens verfolgt und hoffentlich auch langfristig gesichert, dass sich die Population nicht verringert.

Lachs-Wehr

Copyright: FRIEDRICHS

Für den Abend trafen wir uns alle noch mal im „Old Powerhouse“. Ein letztes Mal mit Wein und Peanut Butter Pie auf unsere tolle Reise anstoßen! Dabei verbreitete sich jedoch die Nachricht, dass unser geplanter Abflug aus Kodiak für den nächsten Morgen etwas unsicher sei: Aufgrund des Nebels hatte am heutigen Tag keine Maschine landen oder starten können… Willkommen mitten in der Wildnis.

In der Erwägung, eventuell noch ein paar weitere Tage in der Abgeschiedenheit zu verbringen, erkundeten einige von uns noch etwas das alaskanische Nachtleben. Im Fall Kodiaks bestehend aus zwei Pubs, ungefähr mit einer mittelgroßen Land-Diskothek bei uns zu vergleichen. Jedes neue Gesicht wird natürlich sofort erkannt. Aber einmal im Leben sollte man das definitiv gemacht haben ;).

Am nächsten Morgen und nach sehr wenig Schlaf versuchten wir also unser Glück und begaben uns auf den Weg zum Flughafen. Jeff und seine Frau versorgten die schläfrige Gruppe großartigerweise mit selbstgebackenen Muffins – zusammen mit einem ordentlichen Becher Filterkaffee eine echte Motivationshilfe nach der kurzen Nacht.

Alaska Airlines

Copyright: FRIEDRICHS

Der Flughafen war dann tatsächlich brechend voll (wie gesagt, gestern kam hier ja niemand weg…) und es kostete uns einige Nerven und Überzeugungskraft am Schalter, auch die komplette Gruppe noch in den Flieger zu kriegen. Aber das Glück schien auf unserer Seite und so hoben wir gesammelt um 8.15 Uhr Alaska-Zeit in Kodiak ab. Die kleine Stadt unter mir wurde immer kleiner und kleiner. Hach. Tief durchatmen. Ein so tolles Abenteuer ging zu Ende.

Aus dem Flugzeug

Copyright: FRIEDRICHS

Und ich glaube, ich werde es ein bisschen vermissen. Dieses wilde Land. Mit seinen komischen Frühstücksgewohnheiten. Den Flugzeug-Shutteln. Den Zimt-Salzstangen. Dem Geruch von frischem Fisch und Salzwasser. Und der unglaublichen Gewissheit, einen nach jedem noch so langen Dauerregen mit nur ein bisschen Sonne sofort wieder in seinen Bann zu ziehen.

Danke Euch allen für die tolle Zeit!

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